Das erste Drittel der Oberliga-Vorrunde ist vorüber, die Löwen liegen mit vier Siegen aus elf Spielen auf einem respektablen neunten Rang. Ein guter Zeitpunkt, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen und dafür war Keiner besser geeignet als der Trainer des EHC Waldkraiburg, Meistercoach Rainer Zerwesz.

 

Herr Zerwesz, wie fällt Ihr Fazit bisher aus?

 

Gut, dass wir nicht unter den ersten sechs Teams mitspielen war abzusehen. Wir stehen da, wo ich uns erwartet habe. Am Anfang haben wir uns schwer getan, auch weil zwei Drittel der Mannschaft noch nie in der Oberliga gespielt haben. Mit dem bisherigen Verlauf der Saison bin ich aber sehr zufrieden. Wir konnten schon vier Spiele gewinnen- gut, alle auswärts, das ist jetzt nicht so optimal (lacht). Ich hätte auch lieber vier Spiele zuhause gewonnen, aber man kann sich das eben nicht aussuchen. Doch ich sehe eine Entwicklung in der Mannschaft, das Team gewöhnt sich immer mehr an das höhere Tempo und die Qualität der Liga. Das allein macht mich sehr zuversichtlich, aber ich freue mich auch sehr, dass der Zuschauerzuspruch so positiv ist und wir immer überragende Stimmung in der Raiffeisen Arena haben.

 

Wie schätzen Sie die Liga jetzt ein?

 

Das Niveau der Oberliga ist sehr, sehr gut. Es ist sehr schnelles und technisch gutes Eishockey und im Vergleich zur Bayernliga bei weitem nicht so hart. Es gibt kaum Stockfouls, kaum grobe Sachen. Das macht mir und auch meinen Spielern sehr viel Spaß, weil die Mannschaften in der Oberliga einfach Eishockey spielen wollen.

 

Das dürfte ihrem Team ja entgegenkommen. Mit vielen Strafzeiten sind die Löwen unter Ihnen ja noch nie aufgefallen.

 

Ja, absolut, wir kommen auch eher über das Spielerische und nicht das Kämpferische. Das ist zwar schon auch eine Komponente bei uns, aber wir haben jetzt keine super harte Mannschaft. Darum gefällt es mir wirklich gut und das bringt unsere jungen Spieler auch nach vorne.

 

Wer sind die stärksten Mannschaften der Liga? Inzwischen wurde gegen jede einmal gespielt?

 

Das sind für mich definitiv Regensburg und Selb. Vom Kader und auch vom spielerischen her sind das die besten Teams.

 

Ist man inzwischen angekommen? Lange hieß es ja, man müsse sich noch ans Tempo u.a. gewöhnen?

 

Absolut. Man muss auch sagen, dass wir nur eine sehr kurze Vorbereitungszeit hatten. Wir waren in Waldkraiburg nur zwei Wochen auf dem Eis, ehe die Saison losging. Das hat man zu Beginn schon gemerkt. Jetzt ist es aber so, dass wir sicherlich auch vom Kopf her in der Liga angekommen sind.

 

Sind Sie froh, dass jetzt durch den Deutschland-Cup bis zum 11.November Pause ist? Zuletzt schafften die Löwen ja zwei Siege in Folge?

 

Die Pause ist schon ok, auch weil einige Spieler angeschlagen sind. Da ist es ganz gut, zu regenerieren, mal durch zu schnaufen und die Kräfte wieder sammeln zu können. Wir haben ja nur einen kleinen Kader, da ist die Pause ganz gut.

 

Was zeichnet das Team bisher aus?

 

Es ist wie letztes Jahr auch: Wir haben von den Einzelspielern sicher nicht die beste Mannschaft der Liga, aber sie treten immer als Team auf. Sie glauben in allen Spielen bis zum Schluss an sich und daran das Spiel zu drehen, wenn sie mal hinten sind- und das waren wir ja oft. Zuletzt ist es jetzt auch zweimal gelungen, dass man dann noch gewinnt- in anderen Spielen zuhause ist es nicht ganz gelungen. Aber man kann sich das nicht immer aussuchen.

 

Wie erklären Sie es sich, dass es immer wieder Drittel gab, in denen es nicht so lief?

 

Es ist natürlich nicht so einfach, über 60 Minuten hochkonzentriert zu spielen. Die Gegner haben eine sehr hohe Qualität und uns passieren noch Fehler- auch wenn wir die natürlich reduzieren wollen. Fehler, die in der Bayernliga vielleicht nicht immer, in der Oberliga aber sofort bestraft werden. Da gibt es eben solchen Phasen und Drittel, in denen man nicht ganz so konzentriert ist und dann passiert das gleich. Es ist nun mal sehr schwer, über eine ganze Saison, jedes Drittel die Konzentration gleich hoch zu halten. Es wird immer schlechte Spiele und schlechte Drittel geben, aber im Großen und Ganzen sind wir schon deutlich stabiler geworden.

 

Wie sieht es mit den Erwartungen und Zielen für die restliche Saison aus?

 

Das nächste Ziel ist sicher, dass wir mal zuhause ein Spiel gewinnen (lacht). Fans und Mannschaft haben sich es nämlich wirklich verdient, einen Heimsieg feiern zu können. Mittelfristig gilt es weiter, die Mannschaft zu entwickeln. Und, auch wenn wir wissen, wie schwer das ist, muss es für jeden Eishockeysportler immer das Ziel sein, in die Playoffs, also unter die ersten Acht zu kommen.