Gewaltig unter Wert geschlagen wurde der EHC Waldkraiburg am Freitagabend in der Raiffeisen Arena von den Starbulls aus Rosenheim. Trotz zahlreicher Chancen hielt man die Begegnung zwei Drittel lang offen und war nur mit zwei Toren in Rückstand, ehe man im Schlussabschnitt zerlegt wurde und 5 Gegentore in 20 Minuten kassierte.

 

Ein wirklich bitterer Abend ging für die Löwen am Freitag gegen 22:30 Uhr zu Ende und auf der Videowand in der Raiffeisen Arena prangerte mit 0:7 ein Ergebnis, das nicht ganz so widerspiegelte, was in den vorigen 60 Spielminuten auf dem Eis passiert war. Entsprechend bedient präsentierte sich auch Löwen-Coach Thomas Vogl auf der Pressekonferenz den Fans: „Ich bin gerade sehr enttäuscht nach diesem Wechselband der Gefühle- vierzig Minuten haben wir super Eishockey gespielt, zwanzig Minuten Katastrophen-Eishockey“ erklärte Vogl. In den ersten beiden Dritteln habe er die beste Leistung seiner Mannschaft gesehen, seit er beim EHC sei, meinte der 41-Jährige, doch für das letzte Drittel fehlten ihm die Worte. Zuvor hatte seine Mannschaft stark begonnen und auch wenn man nach wie vor keinen Sieg in dieser Saison hatte feiern können, begannen die Löwen engagiert und glaubten an sich gegen den großen Favoriten, der zuvor zwei Spiele verloren hatte. Das erste EHC-Powerplay nach gut drei Minuten war richtig stark, doch Kirils Galoha verzog bei den zwei großen Chancen zweimal und so schlug Rosenheim wenig später zurück. Nach einem gewonnen Bully im Löwen-Drittel kam die Scheibe zu Fabian Zick und der frühere Waldkraiburger zog vors Tor und wartete ganz lange, ehe er eine Lücke fand und den Puck an Korbinian Sertl  vorbei ins Netz befördern konnte (05:56). Die Löwen gaben sich aber nicht auf, sie waren nach wie vor gewillt und drängten auf den Ausgleich- aber ein Tor sollte im ersten Drittel nicht mehr fallen.

 

Hochmotiviert kamen die Löwen dann im zweiten Abschnitt aus der Kabine, doch wieder gab es früh die kalte Dusche durch die Gäste. Michael Fröhlich konnte sich gegen zwei Löwen-Verteidiger durchsetzen und schloss dann alleine vor Sertl mit dem 2:0 ab (24:06). Wieder also ein früher Rückschlag für die Industriestädter, doch erneut gab man sich- noch zumindest- nicht auf und nur eine Minute später hatte Michael Rimbeck bei einem Alleingang das 1:2 auf dem Schläger- doch an Lukas Steinhauer gab es kein Vorbeikommen. „Das zweite Drittel war bisher immer das stärkste von Waldkraiburg in dieser Saison, aber wir haben es trotzdem geschafft, das Tor zu machen“ resümierte Rosenheim-Coach Manuel Kofler nach der Partie und damit hatte er Recht. Es hätte ei starkes Drittel der Löwen sein können, doch von Durchschlagskraft war auf EHC-Seite nicht viel zu sehen.

 

Dennoch- Zwei Tore hinten, zwanzig Minuten zu gehen und die Chancen waren in den vorigen beiden Dritteln klar da. Abermals kam man darum mit viel Glaube an sich selbst aus der Kabine, doch wieder gab es den frühen Nackenschlag und Tom Pauker stellte nach einem leichtfertigen Scheibenverlust im EHC-Spielaufbau auf 3:0 (43:15). Damit war der Knoten geplatzt bei den Starbulls und jetzt ging es dahin mit den Löwen, die nun kurz drauf, nach dem 4:0 durch Dominik Daxlberger (45:40) am Nasenring durch die Manege gezogen wurden. Michael Baindl sorgte schließlich für das 5:0 (49:19) und Fröhlich (53:46) und Zick (57:38) schnürten jeweils einen Doppelpack und besiegelten damit den Endstand.

Eishockey Oberliga Süd 2018/ 2019, 8. Spieltag. EHC Waldkraiburg – Starbulls Rosenheim 0:7 (0:1/ 0:1/ 0:5). Tore: 0:1 05:56 Zick F. (Meier N.), 0:2 24:06 Fröhlich M. (Zick F.), 0:3 43:15 Pauker T. (Meier N., Bucheli D.), 0:4 45:40 Daxlberger D. (Frosch D., Bilek V.) , 0:5 49:19 0:5 Baindl M. (Fischer F., Bilek V.), 0:6 53:46 Fröhlich M., 0:7 57:38 Zick F. (Fröhlich M., Krumpe F.). Strafen: EHC Waldkraiburg 6 Strafminuten, Starbulls Rosenheim 8 Strafminuten. Zuschauer: 1105.