Das nächste Spiel der Löwen

Die Eishockey-Play-Downs der Bayernliga sind in vollem Gange – und die Löwen vom EHC Waldkraiburg stehen mittendrin. Mit 2:0 lagen die Waldstädter in der Serie gegen Burgau zurück, bevor die Schwaben am Freitagabend erneut in die Raiffeisen-Arena kamen, um den Sack endgültig zuzumachen. Doch die Löwen hatten etwas dagegen und wollten sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage und den Gang in das Play-Down-Finale stemmen. Dafür benötigten sie vor diesem Spiel drei Siege in Folge gegen einen Gegner, der nicht nur hochmotiviert auftrat, sondern den Löwen in dieser Saison ohnehin stets enge Duelle geliefert hatte. Zudem gingen die letzten drei direkten Vergleiche allesamt ins Schwabenland – ein Umstand, den man in Waldkraiburg bereits als kleinen Fluch zu bezeichnen begann.

Wieder mit an Bord, zumindest ausgerüstet auf der Spielerbank, war erfreulicherweise Leander Ruß. Nach dem Foul an ihm, den bangen Minuten auf dem Eis und den anschließenden Stunden der Ungewissheit ist er glücklicherweise wieder vollständig genesen. Als zusätzliche Motivation für seine Teamkollegen zog er sich das Trikot über und nahm auf der Bank Platz, auch wenn es für einen Einsatz noch nicht reichte.

Doch zunächst war Burgau die aktivere Mannschaft. Nach nicht einmal zwei Minuten kassierte Patrick Zimmermann eine fünfminütige Strafe, nachdem er etwas übermotiviert gegen einen Gegenspieler an der Bande vorging. Diese lange Unterzahl spielten die Löwen zunächst sehr diszipliniert herunter, ließen kaum Möglichkeiten zu und setzten sogar selbst den ein oder anderen Nadelstich. In der sechsten Minute nutzte Burgau die zahlenmäßige Überlegenheit dann jedoch – auch mit etwas Mithilfe der Waldkraiburger Defensive – gnadenlos aus. Ausgangspunkt war ein Fehlpass im eigenen Angriffsdrittel, der Burgau eine Kontersituation ermöglichte. Nachdem die Löwen den Puck nicht klären konnten, war es Wiesler, der die Scheibe von rechts im Netz unterbrachte.

Der zweite Treffer des Abends fiel ebenfalls in Überzahl – diesmal jedoch für die Hausherren. Über Santeri Ovaska und Andris Džeriņš lief der Puck durch das Burgauer Drittel, ehe der Lette die Lücke erkannte und Nico Vogl am linken Torpfosten fand. Der Kapitän nahm den präzisen Pass dankbar an und glich zum 1:1 aus. Rund drei Minuten vor der ersten Pause gingen die Löwen dann sogar in Führung. Mitten in einem Burgauer Angriff schnappte sich Vogl die Scheibe vom Schläger eines Gegenspielers. Sein schneller Pass auf Jakub Šrámek öffnete den Weg zum Tor, und der Tscheche schob die Scheibe durch die Beine von Schnierstein zum 2:1-Pausenstand ein.

In der vierten Minute des Mitteldrittels standen erneut die Beine von Schnierstein im Fokus. Aus dem Halbfeld brachte Jakub Šrámek die Scheibe Richtung Tor – erneut durch die Beine des Burgauer Schlussmanns. Der Puck prallte jedoch vom Pfosten zurück und blieb frei im Torraum liegen. Nico Vogl reagierte am schnellsten und schob die Scheibe zur 3:1-Führung über die Linie.

Das Spiel blieb weiterhin offen und erstreckte sich über die gesamte Spielfläche. Auch Burgau kam immer wieder gefährlich vor das Tor von Max Englbrecht, doch auf den Waldkraiburger Schlussmann war – wie schon in den vergangenen Spielen – Verlass. Rund eine Minute nach dem 3:1 brandete erneut Jubel in der Raiffeisen-Arena auf, und erneut kam er nicht von den rund 250 mitgereisten Burgauer Fans. Nach einem langen Pass von Max Cejka über die rechte Außenbahn setzte sich Florian Maierhofer gegen seinen Gegenspieler durch und schob die Scheibe links am Torhüter vorbei zum 4:1 ins Netz.

Dass Burgau jedoch noch lange nicht geschlagen war, bewiesen die Gäste nur zwei Minuten später. Nach einem unnötigen Puckverlust von Daniel Hora im Angriff konterten die Eisbären ihrerseits und erzielten durch Zachar den 4:2-Anschlusstreffer. Einen Treffer hatten die Löwen jedoch noch in diesem Spielabschnitt im Köcher. Kurz nachdem Jakub Šrámek verletzt vom Eis humpelte, erhielt Leon Decker einen langen Pass aus der eigenen Verteidigung. Wie zuvor Maierhofer nahm auch Decker die Scheibe technisch stark mit und überwand Schnierstein mit einem Abschluss in der kurzen Ecke zum 5:2-Pausenstand.

Ob sich die Löwen im dritten Drittel mit der komfortablen Führung etwas zu sicher fühlten, bleibt schwer zu sagen. Möglich ist ebenso, dass Burgau in Erwartung einer drohenden Niederlage noch einmal alle Kräfte mobilisierte. Fakt ist: Früh im Schlussabschnitt kamen die Gäste innerhalb von nur 23 Sekunden durch zwei Treffer von Ballner auf 5:3 und anschließend auf 5:4 heran.

Weil zwei Tore innerhalb kurzer Zeit noch nicht genug Dramatik boten, setzte René Mertz für seine Löwen noch einen drauf. Von der blauen Linie brachte er die Scheibe mit einem unscheinbaren Schlenzer aufs Tor. Da Schnierstein die Sicht komplett verstellt war, sah er den Puck erst, als er bereits im Netz zappelte – 6:4.

Doch Burgau gab sich weiterhin nicht geschlagen und wollte den Klassenerhalt noch an diesem Abend perfekt machen. Den Anfang machte Oppenberger, der eine Überzahlsituation zum 6:5 nutzte. Vier Minuten vor dem Ende erzielte Sven Gäbelein schließlich den Ausgleich zum 6:6 und zwang die Partie in die Overtime.

Die Verlängerung begannen die Löwen durch eine fünfminütige Strafe gegen Burgau in Überzahl. Kurzzeitig standen die Gastgeber nach einer weiteren Strafe sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Beide Möglichkeiten blieben jedoch zunächst ungenutzt. In der sechsten Minute der Nachspielzeit erlöste schließlich Kapitän Nico Vogl die Löwen. Voraus ging einer jener Pässe von Andris Džeriņš, die man am liebsten einrahmen und über das Bett hängen möchte: lang aus dem eigenen Drittel bis an die blaue Linie zu Vogl. Dieser hatte nur noch das Tor vor sich und den Gegenspieler im Rücken. Durch ein Beinstellen kam Vogl zwar zu Fall, ließ sich davon aber nicht irritieren und hob die Scheibe noch im Fallen ins Kreuzeck zum 7:6-Sieg für seine Löwen.

Sollten die Löwen am Sonntag in Burgau erneut gewinnen, kommt es am Dienstagabend um 19:00 Uhr zum großen Showdown in Waldkraiburg. Dann entscheidet sich endgültig, wer in die wohlverdiente Sommerpause gehen darf – und wer den bitteren Weg über das Play-Down-Finale antreten muss.

Wir lieben unsere Sponsoren


EHC Waldkraiburg – ESV Burgau 2000 7:6 n.V. (2:1, 3:1, 1:4, 1:0).
Tor: [X] Englbrecht (#45), Lode (#40); Verteidigung: Hora (#3), Mertz (#5), Lode (#10), Rott (#20), Kokeš (#50), Cejka (#81), Loboda (#90); Angriff: Lode (#7), Dillmann (#11), Šrámek (#13), Ovaska (#18), Džeriņš (#25), Decker (#34), Ruß (#63), Rosenkranz (#68), Maierhofer (#74), Vogl (#88), Revaj (#92), Zimmermann (#98); Tore: 0:1 (6.) Wiesler (Makovics, Arnawa – PP1); 1:1 (11.) Vogl (Džeriņš, Ovaska – PP1); 2:1 (18.) Šrámek (Vogl); 3:1 (24.) Vogl (Šrámek, Hora); 4:1 (25.) Maierhofer (Cejka); 4:2 (27.) Zachar (Malysjev, Ballner); 5:2 (33.) Decker (Hora, Džeriņš); 5:3 (42.) Ballner (Wiesler, Zachar); 5:4 (42.) Ballner (Wiesler, Bartuli); 6:4 (43.) Mertz (Džeriņš, Decker); 6:5 (50.) Oppenberger (Ballner, Paakkola – PP1); 6:6 (57.) Gäbelein (Arnawa, Söldner); 7:6 (66.) Vogl (Hora); Zuschauer: 714, Strafen: Waldkraiburg 15 – Burgau 15.