Auch in diesem Sommer heißt es für den EHC Waldkraiburg weiter Abschied nehmen. Mit Anthony Dillmann und Leander Ruß verlassen zwei Spieler die Löwen, die auf ganz unterschiedliche Weise ihre Spuren im Verein hinterließen.
Anthony Dillmann ist dabei einer, den man im EHC-Nachwuchs praktisch aufwachsen sehen konnte. Der gebürtige Altöttinger durchlief die Jugend der Löwen, ehe er sich als Teenager die Chance in der DNL-U20 des EV Landshut erarbeitete. Dort sammelte er wichtige Erfahrungen auf höherem Niveau, kehrte nach eineinhalb Spielzeiten jedoch wieder nach Waldkraiburg zurück.
Dass dies für beide Seiten die richtige Entscheidung war, zeigte sich insbesondere in der Saison 2023/24. Mit 22 Toren und 20 Vorlagen steuerte Dillmann starke 42 Punkte bei und hatte damit großen Anteil am Wiederaufstieg der Löwen aus der Landesliga. Sein Talent war dabei jederzeit sichtbar: freche Vorstöße, Spielverständnis und die Fähigkeit, Spiele auch offensiv zu prägen.
Leider wurde seine Entwicklung in den vergangenen beiden Spielzeiten immer wieder durch längere Verletzungspausen ausgebremst. Sowohl 2024/25 als auch 2025/26 warfen ihn gesundheitliche Rückschläge zurück, wodurch er sein zweifellos vorhandenes Potenzial nicht vollständig ausschöpfen konnte. Mit gerade einmal 21 Jahren liegen jedoch noch viele erfolgreiche Jahre vor ihm.
Auch Leander Ruß schlägt künftig einen anderen Weg ein. Ganz unbekannt war der Stürmer am der Stadionstraße 8 allerdings auch vor seiner Verpflichtung nicht. Bereits vor seinem festen Wechsel zur Saison 2025/26 war er im Rahmen der Kooperation mit dem EHC Klostersee immer wieder per Förderlizenz für die Löwen aufgelaufen.
Seine hockeytechnische Ausbildung erhielt Ruß in Grafing, ehe ihn sein Weg zunächst zum EHC Klostersee und später für eine halbe Saison zum ERSC Ottobrunn führte. Zur vergangenen Saison folgte schließlich der feste Wechsel nach Waldkraiburg.
Wer Leander auf dem Eis erlebt hat, weiß: Er gehörte nicht zu den Spielern, die sich vor körperlicher Arbeit drücken. Im Gegenteil. Ruß war sich nie zu schade, auch dort hinzugehen, wo es weh tut. Dass er dabei dennoch keineswegs zu den großen „Bad Boys“ der Bayernliga gehörte, zeigt ein Blick auf die Statistik: Mit insgesamt 24 Strafminuten beziehungsweise zwölf kleinen Strafen bewegte er sich im ligaweiten Vergleich eher im hinteren Bereich der entsprechenden Ranglisten.
Verpflichtet wurde Ruß nicht als Offensivstar – und genau das spiegeln auch seine Zahlen wider. Sein Wert für die Mannschaft ließ sich ohnehin nie ausschließlich an Toren und Vorlagen messen. Einsatzbereitschaft, Teamgeist und die Bereitschaft, jede Rolle anzunehmen, machten ihn zu einem wichtigen Teil des Teams.
Und während seine sportlichen Statistiken überschaubar blieben, war Leander in einer anderen Disziplin regelmäßig ganz vorne mit dabei: Wer die Social-Media-Kanäle des EHC Waldkraiburg verfolgt, kennt ihn als fröhlichen und stets gut gelaunten Protagonisten zahlreicher Reels. Kaum ein Spieler war dort so regelmäßig vertreten wie er.
Der EHC Waldkraiburg bedankt sich bei Anthony Dillmann und Leander Ruß für ihren Einsatz im Löwen-Trikot, ihren Beitrag zu den sportlichen Erfolgen der vergangenen Jahre und die vielen gemeinsamen Momente auf und neben dem Eis. Für ihren weiteren sportlichen und privaten Weg wünschen wir beiden alles Gute und viel Erfolg.








