Das nächste Spiel der Löwen
Auch im zweiten Saisonspiel bleiben die Waldkraiburger Löwen auf Erfolgskurs. Beim VfE Ulm/Neu-Ulm setzte sich der EHC am Freitagabend mit 5:1 durch und nahm damit auch aus dem ersten Auswärtsspiel der noch jungen Bayernliga-Saison drei Punkte mit nach Hause. Dabei täuscht das am Ende deutliche Ergebnis ein wenig darüber hinweg, dass die Gastgeber insbesondere zu Beginn viel Druck entwickelten und den Löwen einiges abverlangten.
Ulm startete vom ersten Bully weg wie die Feuerwehr. Bereits innerhalb der ersten 15 Sekunden prüften die Gastgeber zweimal Christoph Lode im Waldkraiburger Tor und blieben auch in den folgenden Minuten das zunächst aktivere Team. Die Löwen brauchten etwas Zeit, um sich in die Partie hineinzuspielen, verteidigten die frühen Ulmer Angriffe jedoch aufmerksam und fanden nach und nach besser in die Begegnung. Auf Waldkraiburger Seite fiel in dieser Phase vor allem Santeri Ovaska mit einigen guten Aktionen auf, während bei den Gastgebern Bohumil Slavicek immer wieder Gefahr ausstrahlte.
Eine erste Überzahlsituation der Löwen blieb noch ohne Erfolg. Ulm verteidigte kompakt, störte früh und ließ nur wenig Raum für einen geordneten Waldkraiburger Aufbau. Der erste Treffer des Abends fiel dennoch für die Gäste. In der 11. Minute tauchte Nico Vogl, nach Pass von Martin Kokeš frei vor Nikita Manuilov auf und setzte die Scheibe zum 0:1 rechts unten ins Tor.
Der Treffer tat dem Waldkraiburger Spiel sichtbar gut. Nur knapp eineinhalb Minuten später legten die Löwen bereits nach. Rene Mertz zog von der blauen Linie ab, Mikko Haaparanta hielt seine Schlägerspitze in den Schuss und der Puck rutschte Manuilov durch die Beine und landete zum 0:2 im Netz. Damit hatte Waldkraiburg eine Phase, in der Ulm eigentlich noch das etwas agilere Team gewesen war, äußerst effizient für sich genutzt.
Die Gastgeber ließen sich davon jedoch nicht vollständig aus dem Rhythmus bringen. Waldkraiburg hatte durch Bartek Bison in der 16. Minute die Möglichkeit auf einen weiteren Treffer, doch Manuilov rettete stark. Kurz darauf versuchte es Haaparanta erneut nach einem Angriff über die rechte Seite, blieb diesmal jedoch am Ulmer Schlussmann hängen. Auf der Gegenseite musste Christoph Lode gegen Ende des Drittels noch einmal sein Können zeigen und verhinderte gegen die erneut gefährlich auftauchenden Gastgeber einen möglichen Anschlusstreffer. Fünf Sekunden vor der Pause kassierte Ulm noch eine Strafe, sodass die Löwen den zweiten Durchgang in Überzahl beginnen durften.
Diese Überzahl spielte Waldkraiburg deutlich besser als die erste im Anfangsdrittel, ein Treffer sprang dabei jedoch nicht heraus. Stattdessen bekam wenig später Ulm die Chance mit einem Mann mehr. Nico Vogl musste wegen Hakens auf die Strafbank und die Devils nutzten diese Gelegenheit. Daniel Bartuli verkürzte in der 25. Minute auf 1:2 und brachte seine Mannschaft wieder heran.
Die Hoffnung der Gastgeber hielt allerdings exakt zwölf Sekunden. Direkt nach dem folgenden Bully antworteten die Löwen und stellten den alten Abstand wieder her. Jakub Šrámek traf auf Zuspiel von Bartek Bison zum 1:3 und nahm Ulm damit den gerade erst gewonnenen Schwung praktisch sofort wieder aus dem Spiel.
In der Folge gestaltete sich die Partie ausgeglichener. Beide Mannschaften kamen zu ihren Möglichkeiten, ohne dass eine Seite das Geschehen vollständig an sich reißen konnte. Als Vogl in der 29. Minute erneut auf die Strafbank musste, setzte sich Ulm im Waldkraiburger Drittel fest. Die Löwen verteidigten jedoch diszipliniert und konnten sich erneut auf Christoph Lode verlassen, der in dieser Phase mit einer starken Parade einen weiteren Gegentreffer verhinderte.
Auch bei gleicher Spielerzahl blieb Ulm gefährlich. Wann immer Slavicek auf dem Eis war, mussten die Löwen besonders aufmerksam sein. In einer unübersichtlichen Situation vor dem Waldkraiburger Tor behielt Lode jedoch die Ruhe und nahm die Scheibe sicher auf. Auf der Gegenseite kam Nico Vogl zu einem Abschluss, dessen Abpraller Andris Džeriņš nur um einen Schritt verpasste.
Kurz vor der zweiten Pause erhielten die Gäste noch einmal eine Überzahlsituation. Waldkraiburg brachte die Scheibe gut in die Angriffszone und kam durch Vogl und Bison zu weiteren Möglichkeiten, konnte den Vorsprung jedoch nicht ausbauen. So ging es mit einer 3:1-Führung für die Löwen in die zweite Pause.
Im Schlussdrittel übernahm Waldkraiburg zunehmend die Kontrolle. Die Defensive stand nun sehr diszipliniert, die Stürmer arbeiteten konsequent nach hinten und Ulm gelang es immer seltener, wirklich gefährlich vor das Tor von Christoph Lode zu kommen. Gleichzeitig blieben die Löwen selbst offensiv aktiv.
Nach einer weiteren Strafe gegen Ulm hatte Haaparanta zunächst mit einem starken Solo die Chance auf seinen zweiten Treffer. Der Finne zog durch das Angriffsdrittel, doch Manuilov bekam noch den Schoner an die Scheibe. Wenig später lag das 1:4 erneut in der Luft. Philipp Lode kam in der 48. Minute vor dem Tor an den frei liegenden Puck, doch Ulms Verteidiger Lorenz Landerer rettete im letzten Moment mit dem Schläger.
Lange dauerte es dennoch nicht mehr, bis der vierte Waldkraiburger Treffer fiel. Nico Vogl eroberte sich auf der rechten Seite vor der blauen Linie die Scheibe, zog trotz Bedrängnis Richtung Tor und ließ sich auch vom nachsetzenden Verteidiger nicht mehr entscheidend stören. Vor Manuilov blieb der Kapitän ruhig und traf in der 49. Minute zum 1:4. Nach seinem Treffer im ersten Drittel war es bereits Vogls zweites Tor des Abends.
Damit war die Partie weitgehend entschieden, doch die Löwen hatten noch nicht genug. In der 54. Minute kombinierten sie sich erneut sehenswert durch das Ulmer Drittel. Am Ende landete der Puck von Leon Decker quer durchs Drittel bei Mikko Haaparanta im rechten Bullykreis – einer Position, die im Eishockey nicht ohne Grund gerne als „Ovechkins Wohnzimmer“ bezeichnet wird. Haaparanta zog ab und ins linke obere Eck. Damit schnürte neben Vogl auch der Finne seinen Doppelpack.
Ulm versuchte in den Schlussminuten noch einmal, das Ergebnis zu korrigieren. In der 57. Minute setzte sich Slavicek bei einem Solo durch und lief allein auf Christoph Lode zu. Der Waldkraiburger Torhüter blieb jedoch ruhig und entschärfte auch diese große Möglichkeit. Kurz darauf lag die Scheibe noch einmal im Löwen-Tor, doch die Schiedsrichter hatten die Situation bereits zuvor abgepfiffen. Nach kurzer Beratung blieb es bei der Entscheidung: kein Treffer.
So stand am Ende ein verdienter 5:1-Auswärtssieg für den EHC Waldkraiburg. Die Löwen hatten zu Beginn zwar ihre Probleme mit dem druckvollen Spiel der Gastgeber, fanden jedoch zunehmend besser in die Begegnung und überzeugten vor allem in den letzten beiden Dritteln mit einer disziplinierten Defensive. Vorne nutzte Waldkraiburg seine Chancen konsequenter und hatte mit Nico Vogl und Mikko Haaparanta gleich zwei doppelte Torschützen in seinen Reihen.
Nach dem 8:1-Derbysieg gegen Dorfen folgte damit auch im ersten Auswärtsspiel der Saison ein deutlicher Erfolg. Somit stehen die Löwen auch nach dem zweiten Spieltag an der Tabellenspitze der Eishockey Bayernliga.
















