Das nächste Spiel der Löwen
Durcheinandergewürfelt wurde sie, die Tabelle der Eishockey-Bayernliga, nach dem vergangenen fünften Spieltag. Aktuell erlebt die noch junge Platzierungsanzeige bereits den dritten Erstplatzierten, in dieser Woche ist dies der EHC Klostersee. Die Löwen aus Waldkraiburg indes wechselten nach der herben Auswärtsniederlage im Spitzenspiel gegen Kempten von Platz eins auf fünf. Hieran könnte sich auch nach dem kommenden Wochenende wieder etwas ändern – sowohl nach oben als auch nach unten. Am Freitag nämlich fährt die Lederer-Truppe nach Schongau zu den dort beheimateten „Mammuts“. Spielstart in Schongau ist um 20:00 Uhr. Am Sonntag darauf kommen die Eisbären aus dem schwäbischen Burgau, ein Verein, mit dem die Löwen seit dem Ausflug in die Landesliga immer wieder aufeinandertrafen. Spielstart in der Raiffeisen-Arena ist am Sonntag um 17:15 Uhr.
Wenn man den Blick weiterhin auf die Tabelle gerichtet hält, könnte man meinen, dass die Fahrt zu den Ur-Elefanten nach Schongau ein Pflichtprogramm werden sollte. Doch hat die Vergangenheit, gerade die vereinsinterne Vergangenheit, gezeigt, dass man sich gegen vermeintlich schwächere Gegner gerne selbst auch schwächer präsentiert. Seit 2021, also bereits zu einer Zeit, als Schongau selten zu den Spitzenteams der Liga zählte, konnte der EHC Waldkraiburg in zwölf Spielen lediglich fünf Siege gegen die Mammuts holen. Sieben Spiele gingen demnach an Schongau – ein ungemütlicher Gegner also, gegen den der Verein aus der Waldstadt tunlichst mit 100 Prozent Kampf antreten sollte, wenn am Ende Punkte hängenbleiben sollen. Was Mut machen könnte, ist, dass die beiden besten Löwen-Scorer gegen Schongau, Leon Decker mit 15 Punkten und Nico Vogl mit 13 Punkten, noch immer aktiv sind und demnach wissen, wie man gegen die Mammuts Zählbares produziert. Die weiteren Vertreter dieser Top-5-Liste sind Christian Neuert mit elf Punkten, Martin Führmann mit neun Punkten und Josef Straka mit ebenfalls neun Punkten.
Schongau hingegen wird alles daransetzen, vom aktuell 14. Platz nach oben zu klettern. Die Zeichen hierfür stehen auf Veränderung, denn nach dem verlorenen Spiel am Sonntag gegen den jetzigen Tabellenführer Klostersee nahmen die Mammuts bereits nach dem fünften Spieltag den ersten Trainerwechsel der Bayernliga-Saison vor. Statt Domingo Grafunder steht nun der ehemalige Co-Trainer Andreas Leschinger in der Verantwortung. Der frühere Stürmer, der selbst lange in den Diensten Schongaus stand und dort auch das Eishockeyspielen lernte, dürfte einen besonderen Draht zur Mannschaft haben – ähnlich wie Jürgen Lederer bei den Löwen.
In Burgau, dem Sonntagsgegner, spricht derzeit niemand von einer Entlassung des Trainers. Roman Kliczniks Posten scheint gefestigt, auch wenn die Tabellensituation für die Eisbären derzeit ebenfalls nicht sehr gut aussieht. Mit lediglich zwei Punkten stehen die Eisbären sogar noch hinter Aufsteiger Dorfen. Doch auch hier gilt, dass man sich von der Platzierung nicht beeinflussen lassen darf. Mit 14 geschossenen Toren erzielten die Eisbären nur zwei Treffer weniger als der Achtplatzierte, der TEV Miesbach. Zudem kennen die Löwen die Eisbären nun bereits aus einigen Serien und Ligaspielen und wissen, dass die Schwaben ihnen das Leben mehr als einmal schwer gemacht haben.
Für die Löwen selbst sieht es aktuell gut aus. Nachdem Patrik Forsberg mit einer leichten Oberkörperverletzung am vergangenen Sonntag fehlte, sollte er wieder auf dem Weg der Besserung sein und könnte somit am Freitag bereits wieder zur Verfügung stehen. Auch sonst spricht aktuell nichts gegen eine Vollzähligkeit. Wenn also weder das eine noch das andere Spiel auf die leichte Schulter genommen wird, könnte das kommende Wochenende das erste Sechs-Punkte-Wochenende der noch jungen Saison werden. Doch ohne Kampf wird daraus nichts werden, weshalb der Verein auf zahlreiche Unterstützung der Fans – auswärts wie zu Hause – hofft.













