Der EHC Waldkraiburg hat am Freitagabend in der Raiffeisen Arena gegen den EC Peiting wieder mal erkennen müssen, dass man in Sachen Effizienz noch Nachholbedarf hat. Zwar gaben die Löwen deutlich mehr Schüsse aufs Tor der Peitinger ab, am Ende hieß es aber dennoch 3:0 für die Gäste aus dem Oberland. Dennoch lässt sich auf der Leistung der Industriestädter aufbauen und die nächsten Punkte werden sicher bald kommen.

 

EHC-Coach Rainer Zerwesz stand wieder an der Bande, im Tor der Löwen war wieder Björn Linda im Einsatz und von der ersten Minute an nahmen die Hausherren vor knapp 800 Zuschauern das Heft des Handelns in die Hand. Es war förmlich spürbar, wie sehr die Mannschaft des EHC den ersten Heimsieg und die drei Punkte wollte. In Sachen Einsatz, Tempo und Leidenschaft war nichts mit dem deutlich schwächeren Spiel der Vorwoche gegen Höchstadt vergleichbar und auch die Fans trieben die Löwen nach vorne, die das Spiel machten. Allein die Torschuss-Statisik von 26:7 Schüssen für die Waldkraiburger sprach Bände- doch Florian Hechenrieder im Tor der Peitinger zeigte, dass er sein Handwerk wirklich versteht. Gleichzeitig wurden die bisherigen Schwächen wieder richtig deutlich: Den Löwen fehlt das Zielwasser, die Effizienz vor dem Tor und auch im Überzahlspiel hakt es nach wie vor gewaltig. Und so ging trotz drei Powerplays torlos in die erste Pause.

img_1698

Das zweite Drittel begannen die Löwen ebenfalls stark- aber ohne Lukas Wagner, der Atemprobleme hatte- und boten den Peitingern, die ihren Meister bei ihren bisher wenigen Chancen in Linda gefunden hatten, gut Paroli. Nach knapp 24 Minuten hieß es dann zum vierten Mal Überzahl für den EHC, doch anstatt endlich das inzwischen verdiente 1:0 zu erzielen, blieb es beim torlosen Remis. Die Gäste dagegen brauchten gar nicht erst ein Powerplay und so überwand Jonas Lautenbacher (31:42) schließlich Linda und brachte Peiting in Front. Die Löwen wirkten zum Teil geschockt und für die restlichen knapp neun Minuten war erst einmal die Luft raus.

img_1678

Es hieß, sich in der zweiten Drittelpause zu sammeln und im Schlussabschnitt zum Gegenangriff zu blasen, doch die Löwen begannen erst noch zu verhalten. Nach knapp sieben Minuten des letzten Drittels aber nahm der EHC wieder das Heft in die Hand und kam zu einigen guten Chancen- doch gefühlt wie aus dem Nichts war Florian Stauder da und stellte auf 2:0 für Peiting (50:11). Wenig später kassierte erst Manuel Bartsch eine 10-Minuten-Strafe wegen Beleidigung, kurz drauf musste Ben Warda zum Duschen. Er hatte Thomas Rott- gerade bei diesem Spielstand nicht im Geringsten nachvollziehbar- gewaltig in die Bande gekracht und eine 5+Spieldauerstrafe kassiert. Eigentlich eine gute Chance für den EHC, wieder heranzukommen- doch erneut zeigte man ein Powerplay zum Fürchten, keiner übernahm Verantwortung und insgesamt blieb man viel zu harmlos. Das Powerplay ist bisher mit einer Effektivität von 4,88% einfach nicht Oberligareif und war auch in diesem Spiel der Knackpunkt: 41 Überzahlspiele hatten die Löwen in ihren bisherigen 9 Spielen, dabei gelangen zwei mickrige Tore. Daran muss gearbeitet werden und die Löwen sollten sich definitiv öfter trauen, in Überzahl einen Schuss abzugeben. So wie Peiting: Denn als diese wieder komplett waren, setzte Thomas Zeck mit einem sehenswerten Treffer durch einen Kracher von der blauen Linie (58:03) schließlich den Schlusspunkt- Schüsse wie diese fehlen beim EHC einfach. Derzeit zumindest.

img_1677

Eishockey-Oberliga Süd 2016/ 2017, 9.Spieltag. EHC Waldkraiburg – EC Peiting 0:3 (0:0/ 0:1/ 0:2). Tore: 0:1 31:42 Lautenbacher J. (Dietz F., Morris T.), 0:2 50:11 Stauder F. (Andrä M., Warda B.), 0:3 58:03 Zeck Th. (Feuerecker A., Bartsch M.). Strafen: EHC Waldkraiburg 8 Strafminuten, EC Peiting 17 Strafminuten + 10 Minuten Disziplinarstrafe (Bartsch M., Beschimpfung von Offiziellen) + 20 Minuten Spieldauerstrafe (Warda B., Check gegen die Bande). Zuschauer: 780.