Das nächste Spiel der Löwen

20:00
Bayernliga Hauptrunde 25/26

EHC Waldkraiburg vs EV Dingolfing

Es war ein Fest, der 17. Spieltag in der Eishockey-Bayernliga für die Löwen vom EHC Waldkraiburg. Nicht nur, weil ein echtes Löwen-Urgestein, Thomas Rott, sein 500. Spiel in der ersten Mannschaft der Löwen feierte. Auch der 7:1-Sieg gegen die „River Rats“ war ein überzeugender – anders, als man es in den vergangenen Jahren von Begegnungen mit Geretsried gewohnt war.

Begleitet von seiner Frau Silke und seinen beiden Kindern erlebte Rott die Ehrung zu seinem Meilenstein noch vor Spielbeginn. Mit einem Schmunzeln unter dem Helm betrachtete er einige Fotos auf der Videowand, unter anderem aus seiner Kinder- und Jugendzeit bei den Löwen. Anschließend nahm er neben Glückwünschen auch ein Sondertrikot mit der „500“ entgegen – anstelle seiner üblichen Rückennummer 20.

So konnte das Spiel gegen die aus Geretsried angereisten „River Rats“ beginnen – und zunächst lief es für den EHC alles andere als rund. Von der ersten Sekunde an drückten die Gäste die Löwen tief ins eigene Drittel. Bereits nach wenigen Sekunden suchte Geretsried den ersten Abschluss. Und selbst wenn die Löwen einmal den Puck eroberten, provozierten die aggressiv forecheckenden Gäste Fehlpässe und kamen sofort wieder in Scheibenbesitz. Die beste Chance der Löwen in dieser Phase hatte Leon Decker, der am linken Pfosten lauerte, nachdem Andris Džeriņš einen Fehler in der Geretsrieder Hintermannschaft genutzt und ihm mustergültig aufgelegt hatte. Doch Decker verzog aus kürzester Entfernung knapp am leeren Tor vorbei. Auch in den folgenden Minuten bekamen die Zuschauer kein hochklassiges Eishockey zu sehen – zu zerfahren war das Spiel auf beiden Seiten.

Rund vier Minuten vor Drittelende fiel dann das erste Tor des Abends – allerdings für die Gäste. Ex-Löwe Dominik Soukup erhielt auf der linken Seite viel zu viel Raum und versuchte Max Englbrecht im Tor durch die Beine zu überlisten. Der Waldkraiburger Schlussmann brachte die Schoner zwar zusammen, musste aber mitansehen, wie der Puck dennoch langsam über die Linie rutschte. Doch für die Löwen, die sich zuvor bereits sichtbar stabilisiert hatten, war dies nur ein kurzer Schock. Keine Minute später fand Kapitän Nico Vogl die passende Antwort. Aus vollem Lauf zog er ab, Sertl ließ den Schuss prallen, und Vogl verwertete seinen eigenen Rebound aus spitzem Winkel im rechten oberen Eck – ein Treffer, der eher einem Rechendreieck als einem Schussversuch glich. Nur 90 Sekunden später legten die nun deutlich sichereren Löwen nach: Ferdinand Schlepp, einer der Landshuter Leihgaben, verwertete einen präzisen Decker-Pass vor dem Tor zum 2:1-Pausenstand.

Das zweite Drittel wurde zum Dominanz-Abschnitt des EHC Waldkraiburg. Bereits nach zwei Minuten fiel das 3:1 – erneut durch die Kombination Džeriņš und Decker. Diesmal war es Džeriņš, der den Puck mit starkem Auge quer durch das Drittel spielte, bevor Decker die Scheibe unhaltbar im Tor versenkte. Auch beim 4:1 vier Minuten später gab es für Sertl nichts zu halten: Max Cejka zog von der blauen Linie ab, Vogl fälschte den Schuss vor dem Tor leicht ab und machte den Puck für den Geretsrieder Torhüter unberechenbar.

Der EHC spielte in dieser Phase wie aus einem Guss, ließ die Gäste kaum noch zur Entfaltung kommen und erspielte sich Chance um Chance. Der verdiente nächste Treffer fiel schließlich zwei Minuten vor der zweiten Pause: Schlepp legte für Džeriņš auf, der mit einem lässigen Schlenzer zum 5:1 einnetzte. Nur 13 Sekunden später folgte der Doppelschlag. Geretsrieds Strobl saß gerade erst drei Sekunden seiner Strafe ab, da entschieden die Löwen ein Bully per Direktkombination: Džeriņš gewann das Anspiel, Šrámek leitete weiter zu Vogl, und dieser versenkte den Puck aus der Distanz über Sertls Schulter zum 6:1 – sein Hattrick an diesem Abend.

Der dritte Durchgang stand im Zeichen des Kräftehaushalts: Der EHC Waldkraiburg sparte sichtbar Energie für das bevorstehende Spiel in Landsberg, während Geretsried zumindest versuchte, Ergebniskorrekturen vorzunehmen. Doch spätestens an Max Englbrecht war Endstation – er zeigte eine sehr stabile Partie und ließ nichts mehr anbrennen. Nach rund zwei Minuten im Schlussdrittel durfte sich dann auch der zweite Landshuter Förderlizenzspieler auf dem Spielbericht verewigen. Nach einem Versuch von Dillmann schnappte sich Julian Lier die freie Scheibe vor Sertl und schob sie zum 7:1 über die Linie. Dillmann hob den Puck als Andenken für Lier auf – ein schönes Detail am Rande, das zeigt, welchen Stellenwert solche Momente im Team haben.

In der Folge spielte der EHC das Spiel souverän und ohne weitere Risiken zu Ende und sicherte sich einen klaren 7:1-Erfolg sowie drei wichtige Punkte. Ein runder Abend: ein Meilenstein für Thomas Rott und ein sportlich überzeugender Auftritt der Löwen.

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EHC Waldkraiburg – ESC Geretsried 7:1 (2:1, 4:0, 1:0)
Tor: Sickinger Tobias (#32); Englbrecht Maximilian (#45); Verteidigung: Mertz Rene (#5); Lode Felix (#10); Rott Thomas (#20); Ludwig Tim (#23); Kokeš Martin (#50); Cejka Max (#81); Sturm: Lode Philipp (#7); Dillmann Anthony (#11); Sramek Jakub (#13); Dzerins Andris (#25); Decker Leon (#34); Schlepp Ferdinand (#51); Lier Julian (#52); Ruß Leander (#63); Rosenkranz Bastian (#68); Maierhofer Florian (#74); Vogl Nico (#88); Zimmermann Patrick (#98);
Tore: 0:1 (17.) Soukup (Ott, Horváth); 1:1 (18.) Vogl (Šrámek); 2:1 (19.) Schlepp (Decker); 3:1 (23.) Decker (Džeriņš, Schlepp); 4:1 (27.) Vogl (Cejka, Schlepp – PP1); 5:1 (38.) Džeriņš (Schlepp, Decker); 6:1 (39.) Vogl (Šrámek, Džeriņš – PP); 7:1 (43.) Lier (Dillmann);
Zuschauer: 435, Strafen: Waldkraiburg 6 – Geretsried 12