Nach dem ersten Punktgewinn am letzten Sonntag in Landshut will der EHC Waldkraiburg am kommenden Wochenende daran anknüpfen und den nächsten Schritt gehen. Am Freitag reist das Team von Thomas Vogl, der sich zuletzt  sehr poetisch gab, an den Bodensee zum EV Lindau, am Sonntag kommt die jüngste Mannschaft der Liga, die Eisbären aus Regensburg, um 17:15 Uhr in die Raiffeisen Arena.

 

Eine ganz spezielle Botschaft sandte EHC-Cheftrainer Thomas Vogl am letzten Sonntag auf der Pressekonferenz nach dem 2:3 nach Verlängerung in Landshut an die Fans der Löwen: „Wir stehen unten am Berg und wir wollen auf den Berg rauf- der Berg ist das Weiterkommen“ sprach der Hobby-Poet und frühere Top-Verteidiger Vogl sinnbildlich. „Manche in der Liga können mit einem E-Bike hochfahren. Wir schwingen uns auf einen alten Drahtesel und rackern da hoch. Aber wir werden das schaffen“ so der 41-Jährige weiter. Am Freitag geht es nun erst mal mit dem Bus nach Lindau und dann steht die nächste Etappe mit dem Drahtesel auf dem Eis an. 11 Mann mussten das Team vom Bodensee im Sommer verlassen, 13 neue Spieler wurden verpflichtet und nach diesem gravierenden Umbruch setzten viel Experten kaum einen Pfifferling auf die Islanders- im direkten Vergleich mit den hochgehandelten Memmingern, den Löwen, Höchstadt, Weiden und Sonthofen steht die Mannschaft von Chris Stanley aber am besten da. Nach drei Niederlagen- 2:4 in Landshut, 0:5 gegen Peiting und 3:5 in Rosenheim – konnte man zuletzt zwei Siege feiern: 7:3 wurde das Top-Team aus Selb geschlagen, in Garmisch gelang beim SC Riessersee ein 3:2-Erfolg in der Overtime. Macht fünf Punkte und Platz sieben nach fünf Meisterschaftsspielen.

 

An Platz 1 der Tabelle steht aktuell übrigens der EC Peiting, Dritter ist Riessersee, Vierter Landshut und Sechster Selb- bis auf Weiden haben die Löwen damit bislang also gegen die Top-Teams der Liga aus der oberen Tabellenhälfte verloren. Zur Einschätzung der bisherigen Leistung ein guter Beleg. Insgesamt geht es bei den Löwen schon länger vorwärts- wenngleich der Drahtesel gerne mal einen Platten hat, die Schaltung hängt oder die Kette rausspringt. Thomas Vogl hat bisher aber gezeigt, dass er auch als Mechaniker taugt und am Sonntag wird im Heimspiel wieder der ein oder andere Kniff von Nöten sein.

 

Dann kommt mit den Eisbären Regensburg nämlich das jüngste Team der Oberliga Süd- im Schnitt sind die Oberpfälzer 23,56 Jahre alte. Lediglich die beiden tschechischen Kontingentspieler Nikola Gajovsky und Richard Divis, sowie Torhüter Peter Holmgren, Verteidiger Tomas Gulda und Routinier Peter Flache sind vor 1993 geboren. Außer dem Tschechen Divis war keiner der insgesamt 13 Neuzugänge über älter als 23 Jahre und bisher geht das Projekt „Jugend forscht“ gewaltig auf. Die Mannschaft von Igor Pavlov ist mit neun Punkten Fünfter und die Zähler holte man sich zum Teil bei der Prominenz der Liga, zu der Regensburg die letzten Jahre auch immer zählte. In Weiden und Selb gewann man mit 5:3, mit 3:2 wurde der EV Landshut am letzten Freitag besiegt. Die einzigen beiden Niederlagen setzte es gegen Rosenheim (3:4) und zum Saisonauftakt in Peiting (4:6). Bester Angreifer ist, wie üblich möchte man sagen, Nikola Gajovksy. Kam der 31-Jährige im letzten Jahr in 52 Spielen auf 92 Scorerpunkte (59 Assists), sind es in dieser Saison bereits zehn Punkte in fünf Spielen (5 Tore, 5 Assists). Auf diesen ganz speziellen Drahtesel mit Rennrad-Fähigkeiten gilt es somit aufzupassen.