Das nächste Spiel der Löwen
Der EHC Waldkraiburg muss noch vor dem Start der neuen Bayernligasaison eine personelle Änderung im Kader vornehmen. Dmitri Sergeyev, der ursprünglich für die Löwen auflaufen sollte, wird nicht nach Waldkraiburg kommen. Der Grund dafür liegt jedoch weder im sportlichen Bereich noch an einer kurzfristigen Entscheidung des Spielers oder des Vereins. Vielmehr haben sich die behördlichen Hürden in der verbleibenden Zeit bis zum Saisonstart als nicht mehr überwindbar erwiesen.
Insbesondere der derzeit stark eingeschränkte Betrieb der deutschen Botschaft in Moskau und die damit verbundenen erheblich verlängerten Bearbeitungszeiten machen eine rechtzeitige Einreise Sergeyevs letztlich unmöglich. Trotz aller Bemühungen auf den verschiedenen Seiten ließ sich der notwendige Prozess nicht so weit beschleunigen, dass mit einer zeitnahen Ankunft des russischen Verteidigers in Waldkraiburg noch realistisch gerechnet werden konnte. Eine für alle Beteiligten unbefriedigende Situation, bei der sich im Verlauf immer neue organisatorische Hindernisse auftaten und dem Verein mit Blick auf den unmittelbar bevorstehenden Saisonstart schließlich keine andere Möglichkeit blieb, als anderweitig zu planen.
Lange offen bleiben wird die entstandene Lücke im Kader allerdings nicht. Mit Patrik Forsberg haben die Verantwortlichen bereits Ersatz gefunden. Und auch wenn der Name im ersten Moment ziemlich eindeutig nach Schweden klingt: Der 31-Jährige ist Finne und wurde im finnischen Jyväskylä geboren. Mit 1,91 Metern Körpergröße und 96 Kilogramm bringt Forsberg auch körperlich einiges mit und ist darüber hinaus sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff einsetzbar.
Seine Ausbildung erhielt Forsberg unter anderem im Nachwuchs von JYP, ehe er im Laufe seiner Karriere reichlich Erfahrung in verschiedenen europäischen Ligen sammelte. Mehrere Jahre spielte er in der finnischen Mestis, der zweithöchsten Spielklasse des Landes. Weitere Stationen führten ihn unter anderem nach Schweden, Frankreich und Belgien, zuletzt stand er in Großbritannien für die Milton Keynes Lightning auf dem Eis. Dort zeigte Forsberg in der vergangenen Saison auch offensiv seine Qualitäten: In 44 Hauptrundenspielen erzielte er zehn Tore und bereitete weitere 29 Treffer vor. In sechs Playoff-Partien kamen noch einmal zwei Tore und zwei Assists hinzu.
Ganz unbekannt dürfte Forsberg zumindest einem seiner zukünftigen Mitspieler ebenfalls nicht sein. In der finnischen Mestis traf er bereits auf Mikko Haaparanta, der ebenfalls in der kommenden Woche in Waldkraiburg erwartet wird. Damals standen sich beide noch als Gegner gegenüber – künftig dürfen die beiden Finnen nun dasselbe Löwen-Trikot überstreifen.
Damit reagieren die Verantwortlichen kurzfristig auf eine Situation, die sportlich kaum vorhersehbar und organisatorisch letztlich nicht mehr lösbar war. Während der geplante Wechsel von Dmitri Sergeyev damit nicht zustande kommt, soll Patrik Forsberg, mit der Nummer 37, der ehemaligen Nummer seines neuen Trainers auf dem Rücken, nun ab Dienstag den 29.09.2026 zur Mannschaft stoßen und gemeinsam mit Haaparanta den Kader der Löwen für die anstehende Bayernligasaison komplettieren.











