Das nächste Spiel der Löwen
Der EHC Waldkraiburg hat am Freitagabend die passende Antwort auf die Niederlage gegen Miesbach gegeben. Vor 517 Zuschauern in der Raiffeisen-Arena besiegten die Löwen den amtierenden Vizemeister ERV Schweinfurt mit 7:3. Das Ergebnis fiel am Ende deutlich aus, allerdings mussten sich die Waldkraiburger diesen Erfolg gegen spielerisch starke Gäste hart erarbeiten. Ein wichtiger Faktor war dabei Tobias Sickinger, der an diesem Abend den Vorzug vor Christoph Lode im Tor erhielt und besonders im zweiten Drittel mehrfach stark zur Stelle war.
Schweinfurt war erst kurz vor der Partie noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv geworden und hatte die Verpflichtung von Dominik Piskor bekanntgegeben. Auf dem Eis erwischten die Mighty Dogs dann auch den besseren Start. Bereits in der ersten Minute kam Dzerods Alksnis aus dem linken Bullykreis zu einer guten Abschlussmöglichkeit. Waldkraiburg brauchte einige Minuten, um sich in die Begegnung hineinzuspielen, schlug dann aber mit der ersten richtig guten Möglichkeit zu.
Bartek Bison spielte den Puck in der 3. Minute von hinter der Grundlinie in den Slot zu Jakub Šrámek. Dieser ließ noch einen Schweinfurter Verteidiger aussteigen und setzte die Scheibe halbhoch auf der linken Seite zum 1:0 ins Tor. Die Gäste blieben auch danach spielerisch präsent, doch die Löwen nutzten ihre Chancen konsequenter.
In der 11. Minute folgte das 2:0. Max Čejka legte an der blauen Linie für Šrámek ab, der aus dem Halbfeld nicht lange fackelte und den Puck trocken ins Tor schlenzte. Schweinfurt antwortete allerdings nur 41 Sekunden später. Tomas Cermak legte auf Ricards Bernhards ab, der viel Platz bekam und die Scheibe mit einem satten Schuss rechts oben im Waldkraiburger Tor unterbrachte.
Die Löwen ließen sich davon nicht beirren und stellten noch vor der ersten Pause den alten Abstand wieder her. Bartek Bison brachte die Scheibe in Richtung des Schweinfurter Tores, Nico Vogl hielt den Schläger hinein und verwandelte per Tip-In zum 3:1. Direkt im Gegenzug bot sich Schweinfurt die Möglichkeit zur Antwort, doch Sickinger blieb gegen den Abschluss der Gäste standhaft.
Im zweiten Drittel fielen zwar keine Tore, langweilig wurde es deshalb jedoch keineswegs. Schweinfurt zeigte weiter viele gute Szenen und erhöhte den Druck. In der 28. Minute tauchte Dimitrij Litesov frei vor Tobias Sickinger auf, doch der Waldkraiburger Torhüter blieb im direkten Duell Sieger. Nur wenige Sekunden später kam es im anschließenden Powerplay der Gäste erneut zu einer ähnlichen Situation – und wieder war Sickinger zur Stelle.
Auch auf der anderen Seite boten sich Möglichkeiten. Leon Decker hatte nach einer schön vorgetragenen Kombination mit Martin Kokeš die große Chance auf den vierten Waldkraiburger Treffer, konnte diese jedoch nicht nutzen. So blieb es nach 40 Minuten beim 3:1.
Auch im Schlussdrittel dauerte es zunächst eine Weile, bis wieder Bewegung auf die Anzeigetafel kam. In der 49. Minute gelang Schweinfurt schließlich der Anschlusstreffer. Bernhards verwertete einen Abpraller vor dem Waldkraiburger Tor routiniert und erzielte mit seinem zweiten Treffer des Abends das 3:2.
Mit diesem Tor kam noch einmal deutlich mehr Feuer in die Begegnung. Die Gäste drückten auf den Ausgleich, doch Waldkraiburg verteidigte in dieser Phase sehr diszipliniert und ließ sich deutlich weniger auseinanderziehen als noch beim vorherigen Heimspiel gegen Miesbach. Stattdessen schlugen die Löwen selbst wieder zu.
In der 53. Minute spielte Santeri Ovaska den Puck quer durch die Schweinfurter Zone. Der Pass sprang Tomas Pribyl über den Schläger und landete bei Leon Decker. Der Waldkraiburger Angreifer nutzte die Gelegenheit und traf halbhoch ins kurze Eck zum 4:2.
Nur knapp zwei Minuten später folgte das nächste Tor. Die Löwen agierten in Überzahl und Nico Vogl setzte die Scheibe zunächst von rechts neben dem Tor an den linken Innenpfosten. Im Nachfassen brachte der Kapitän den Puck dann doch noch über die Linie und erhöhte auf 5:2.
Ein Treffer sollte den Gästen allerdings noch vergönnt sein. Der gerade von der Strafbank zurückgekehrte Ex-Löwe Josef Dana eilte mit nach vorne, wurde per Querpass bedient und verkürzte in eigener Unterzahl auf 5:3.
Schweinfurt versuchte daraufhin noch einmal alles und nahm Leon Pöhlmann für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis. Waldkraiburg nutzte den Raum jedoch konsequent. Mikko Haaparanta und Leon Decker liefen gemeinsam in Richtung des verwaisten Schweinfurter Tores. Haaparanta legte quer, Decker nahm Maß und präsentierte mit dem Empty-Net-Treffer zum 6:3 seinen persönlichen Doppelpack.
Doch auch damit war der Abend noch nicht ganz beendet. 12,2 Sekunden vor der Schlusssirene setzte Waldkraiburg noch einen drauf. Matej Houdek spielte den Puck an den rechten Pfosten, wo Santeri Ovaska richtig stand und zum 7:3-Endstand einschob.
Am Ende stand damit ein verdienter Erfolg gegen einen keineswegs harmlosen Gegner. Schweinfurt hatte besonders zu Beginn und im torlosen Mitteldrittel einige starke Phasen, scheiterte jedoch mehrfach an Tobias Sickinger und an einer diesmal sehr aufmerksam arbeitenden Waldkraiburger Defensive. Vorne zeigten sich die Löwen dagegen ausgesprochen effizient und konnten sich erneut auf mehrere Reihen verlassen.
Mit Jakub Šrámek, Nico Vogl und Leon Decker gelangen gleich drei Spielern jeweils zwei Treffer. Besonders Vogl erwischte mit insgesamt vier Scorerpunkten einen starken Abend.
Im Nachgang an die Partie wurde das Spiel am Samstagmorgen mit 5:0 Toren zugunsten des EHC Waldkraiburg gewertet. Grund dafür war der Einsatz zu vieler Förderlizenzspieler auf Schweinfurter Seite. Statt der maximal erlaubten drei Spieler liefen für die Mighty Dogs an diesem Abend vier Förderlizenzspieler auf.
Nach der Niederlage gegen Miesbach meldeten sich die Löwen damit eindrucksvoll zurück und nehmen viel Selbstvertrauen mit in das Auswärtsspiel am Sonntag beim ESC Kempten.














