Der EHC Waldkraiburg hat am Sonntag mit einem 2:1-Erfolg beim EV Pegnitz das dritte Sechs-Punkte-Wochenende in Folge perfekt und in der Tabelle einen großen Schritt nach oben gemacht. Das Team von Trainer Rainer Zerwesz verbesserte sich auf Rang vier im Tableau und hat nur noch drei Zähler Rückstand auf den Tabellenzweiten EV Lindau. Zerwesz und seinen Spielern stehen nun zwar harte Wochen bevor, doch man scheint die Kurve gekriegt zu haben.

 

„Ich freue mich natürlich, dass wir jetzt auch wieder etwas engere Spiele gewinnen“ erklärte Zerwesz nach dem 2:1-Sieg beim Aufsteiger in Pegnitz. „Wir spielen wieder unseren Stil, jeder arbeitet hart von der ersten bis zur letzten Minute und das ist auch nötig- in dieser Liga gibt es keine leichten Gegner, das hat man am Sonntag wieder gesehen“ so Zerwesz weiter. Und damit hat er Recht: Am 16.Spieltag zeigte die Eishockey-Bayernliga wieder einmal, dass sie jederzeit für Überraschungen gut, gleichzeitig aber auch sehr ausgeglichen ist. Tabellenführer Dorfen schwächelte erneut, unterlag zuhause den „Wanderers“ Germering mit 2:4, Landsberg siegte beim TSV Peißenberg mit 5:3 ebenfalls auswärts, Buchloe führte gegen die starken Moosburger zwischenzeitlich mit 5:1 und gewann am Ende nach Penaltyschießen mit 6:5. Im Spitzenspiel verlor Memmingen beim Meister in Lindau mit 2:5, Aufsteiger Geretsried dagegen fegte Vizemeister Höchstadt mit 10:3 vom Eis, nach acht Niederlagen am Stück gewann Pfaffenhofen beim TEV Miesbach mit 3:2. Starke Leistungen in einer starken Liga und mit einem großen Nutznießer, den „Löwen“ aus Waldkraiburg.

 

Durch das 2:1 in Pegnitz, für die lediglich Sergej Hausauer kurz vor dem Ende Ergebniskosmetik betreiben konnte (54:08), kletterten die Industriestädter auf den vierten Tabellenplatz und befinden sich damit weiter auf einem sportlichen Höhenflug. Der soll auch in den nächsten Wochen weitergehen, auch wenn die kommenden Aufgaben Moosburg (3.), Lindau (2.), Memmingen (6.), Höchstadt (5.), Miesbach (7.), Dorfen (1.) und Peißenberg (8.) heißen und die derzeit besten Teams der Liga sind. „Ich gehe optimistisch in diese Wochen“ erklärte EHC-Coach Zerwesz. „Wichtige Spieler sind wieder in die Mannschaft gekommen, durch die sechs Siege hintereinander haben wir weiter Selbstvertrauen tanken können- das war davor ja nicht so. Wenn wir hart arbeiten und alle ihre Leistung bringen, dann haben wir gesehen, dass wir die Spiele gewinnen können- trotz der noch immer dünnen Personaldecke“ so der 46-Jährige weiter.

 

Dass man zuletzt gegen Teams der hinteren Ränge erfolgreich war, ließ der Trainer der „Löwen“ nicht zu: „Das haben wir ja in Pegnitz gesehen, wie leicht das war“ erklärte Rainer Zerwesz mit einem Schmunzeln. „Das war ein richtig hartes Spiel, da wird sich kein Team der Liga leicht tun und ich bin sehr glücklich über den Sieg.“ Jakub Marek, der am Freitag beim 3:2-Heimsieg über Buchloe sein Comeback nach fünf Wochen Verletzungspause gegeben hatte, wurde zum Mann des Spiels bei den „Icedogs“ in Pegnitz: Der 24-Jährige Tscheche, der mit Einsatz und Kampfgeist schon am Freitag gefiel, traf nach gut zehn Minuten zum 1:0 für die Gäste (10:34), noch vor der ersten Pause legte Marek mit seinem zweiten Tor des Spiels nach und stellte in Überzahl auf 2:0 (17:54). „Er hat hart gearbeitet und brachte wieder diese kämpferische Komponente mit rein, die uns manchmal etwas fehlt. Auch, dass er die zwei Tore gemacht hat – und das eine in Überzahl – ist natürlich klasse gewesen, denn es war spielentscheidend“ freute sich auch sein Trainer. A propos Überzahl: Trafen die „Löwen“ in den ersten zehn Spielen der Saison im Powerplay auf der Eisfläche ausschließlich Bekannte und nur einmal das Tor, waren es in den letzten sechs Partien 13 weitere Treffer in Powerplay-Situationen. Der Zeitpunkt für das Aufhübschen dieser Statistik ist sicherlich nicht der schlechteste, denn die kommenden Wochen werden alles andere als leicht, auch wenn der EHC Waldkraiburg gewappnet zu sein scheint.

 

Eishockey-Bayernliga 2015/ 2016, 16.Spieltag. EV Pegnitz – EHC Waldkraiburg 1:2 (0:2/ 0:0/ 1:0). Tore: 0:1 10:34 Marek J. (Kaltenhauser M., Seifert Ph.), 0:2 17:54 Marek J. (Paderhuber A., Wagner L. PP1), 1:2 54:08 Hausauer S. (Marsall A.). Strafen: EV Pegnitz 8 Strafminuten, EHC Waldkraiburg 14 Strafminuten. Zuschauer: 144.