Das nächste Spiel der Löwen

Die Saison des EHC Waldkraiburg biegt auf ihre letzte und zugleich entscheidende Zielgerade ein. Am Freitag, den 13. März um 19:00 Uhr, beginnt in der heimischen Raiffeisen-Arena das Play-Down-Finale der Eishockey-Bayernliga gegen den EC Pfaffenhofen. Zwei Tage später folgt Spiel zwei der Serie am Sonntag um 17:30 Uhr in Pfaffenhofen. Gespielt wird im Modus „Best of Seven“, was bedeutet, dass die Mannschaft, die zuerst vier Siege erringt, auch in der kommenden Saison in der Bayernliga antreten darf. Für beide Teams steht somit viel auf dem Spiel – es ist die letzte Möglichkeit auf den Klassenerhalt.

Für die Löwen ist dieses Duell mehr als nur eine sportliche Aufgabe. Noch immer sind die Erinnerungen an die Saison 2022/2023 präsent, als ausgerechnet der EC Pfaffenhofen den Waldkraiburgern den Weg in die Landesliga ebnete. Damals unterlagen die Löwen im entscheidenden Spiel in Pfaffenhofen mit 1:3. Trainer der Löwen war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Jürgen Lederer, der die Mannschaft allerdings erst spät in der Saison übernommen hatte. Nach einer schwierigen Vorrunde unter seinem Vorgänger Markus Berwanger gelang es Lederer zwar, das Team wieder zu stabilisieren und einige wichtige Siege einzufahren, doch die Hypothek der zuvor verlorenen Spiele erwies sich letztlich als zu groß. Am Ende fehlte im entscheidenden Moment das letzte Quäntchen.

In Erinnerung geblieben ist aus diesem Spiel jedoch nicht nur die sportliche Entscheidung. Einige Pfaffenhofener Spieler zeigten sich damals gegenüber den mitgereisten und sichtlich enttäuschten Waldkraiburger Fans wenig sportlich und machten provokative Gesten in Richtung des Fanblocks. Szenen, die vielen noch immer im Gedächtnis sind und die in einem Sport, der eigentlich von Respekt und Fairness lebt, nichts verloren haben. Umso mehr bleibt zu hoffen, dass sich die kommende Serie ausschließlich auf dem Eis entscheidet und dass – egal wie sie ausgehen mag – beide Seiten den nötigen Sportsgeist zeigen, der zum Eishockey gehört.

Sportlich gesehen treffen nun zwei Mannschaften aufeinander, deren Saisonverläufe unterschiedlicher kaum hätten sein können. Der EC Pfaffenhofen beendete die Hauptrunde auf dem 14. Tabellenplatz und sammelte dabei lediglich 19 Punkte. Die gesamte Spielzeit über kämpfte das Team immer wieder mit personellen Problemen. Verletzungen und Krankheiten zogen sich wie ein roter Faden durch die Saison und sorgten immer wieder dafür, dass Trainer Markus Muhr und Markus Welz nur mit stark dezimierten Kadern antreten konnten. Auch im Play-Down-Halbfinale gegen die EA Schongau setzte sich diese Serie fort. Teilweise standen dem Trainerduo nur 17 Feldspieler zur Verfügung, einige davon angeschlagen oder aus dem Kader von Pfaffenhofens 1B-Mannschaft.

Die Serie gegen Schongau ging schließlich deutlich mit 0:3 verloren. Bereits im ersten Spiel unterlag Pfaffenhofen auf eigenem Eis mit 1:5. Zwar kämpfte das Team und hielt phasenweise gut dagegen, doch die personellen Ausfälle machten sich im Laufe der Partie immer stärker bemerkbar. Auch im zweiten Spiel in Schongau setzte es mit einem 2:6 eine klare Niederlage. Lediglich im dritten Aufeinandertreffen konnten die Pfaffenhofener die Partie über weite Strecken offen gestalten, ehe sie sich am Ende dennoch mit 2:4 geschlagen geben mussten. Trotz dieser Ergebnisse bescheinigte selbst Schongaus Trainer dem Gegner nach der Serie großen Einsatz und Charakter.

Ein Blick auf die Spielberichte zeigt jedoch auch, dass der EC Pfaffenhofen nicht unterschätzt werden darf. Gerade Torhüter Jonathan Kornreder spielte mehrfach stark auf und hielt seine Mannschaft in vielen Situationen im Spiel. Zudem bewies das Team mehrfach Moral und kam auch nach Rückständen noch einmal zurück. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass der Kräfteverschleiß bei einem kleinen Kader schnell zum Problem werden kann – besonders dann, wenn Spiele über mehrere Drittel hinweg intensiv geführt werden.

Für die Löwen bedeutet das: Die Ausgangslage ist zwar eine andere als damals vor drei Jahren, doch unterschätzen darf man den Gegner keinesfalls. Waldkraiburg selbst hat in den vergangenen Wochen eine turbulente Zeit hinter sich. Nach einer langen Durststrecke und zwei Niederlagen zu Beginn der Serie gegen Burgau gelang es der Mannschaft, sich eindrucksvoll zurückzukämpfen und den „Sweep“, also eine Serie ohne eigenen Sieg zu verhindern. Zwar ging das entscheidende vierte Spiel schließlich verloren, doch die Löwen zeigten in dieser Phase, dass sie kämpfen könnten, wenn es darauf ankommt.

Personell bleibt allerdings abzuwarten, mit welchem Kader die Löwen in das Finale gehen werden. Noch ist unklar, ob Topscorer Jakub Šrámek zurückkehren kann. Der tschechische Stürmer fehlte zuletzt verletzungsbedingt und wäre mit seiner Kreativität und Torgefahr zweifellos ein wichtiger Faktor für das Waldkraiburger Offensivspiel gewesen. Doch auch ohne ihn haben die Löwen schon gezeigt, dass die Mannschaft über genügend Qualität verfügt, um Spiele zu gewinnen.

Die Atmosphäre in der Raiffeisen-Arena dürfte am Freitag jedenfalls eine besondere sein. In den Playdowns hat sich einmal mehr gezeigt, welchen Stellenwert der EHC Waldkraiburg in der Region besitzt. Die Fans stehen hinter ihrer Mannschaft und sorgen regelmäßig für eine lautstarke Kulisse, die für jeden Gegner unangenehm sein kann. Gerade in einer langen Serie, in der Kleinigkeiten oft den Ausschlag geben, kann dieser Rückhalt ein entscheidender Vorteil sein.

Eines steht jedenfalls fest: Die Löwen wollen diesmal nicht bis zum allerletzten Spiel warten müssen, um den Klassenerhalt zu sichern. Die Erinnerungen an die Ereignisse von vor drei Jahren sind noch präsent genug, um als zusätzliche Motivation zu dienen. Gleichzeitig weiß man im Lager des EHC Waldkraiburg auch, dass der Weg dorthin kein einfacher sein wird. Eine Best-of-Seven-Serie verlangt Konstanz, Nervenstärke und die Fähigkeit, auch Rückschläge wegzustecken.

Am Ende wird es darauf ankommen, wer in diesen entscheidenden Spielen die bessere Mischung aus Disziplin, Einsatz und Cleverness auf das Eis bringt. Für die Löwen bietet sich nun die Chance, ein Kapitel der jüngeren Vereinsgeschichte umzuschreiben. Der erste Schritt auf diesem Weg erfolgt am Freitagabend in der Raiffeisen-Arena. Dann beginnt die Serie, die darüber entscheidet, wer in der Bayernliga bleiben darf – und wer noch einmal ganz tief durchatmen muss.

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