Das nächste Spiel der Löwen
Mit dem Rücken an der Wand starteten die Waldkraiburger Löwen am Sonntagabend in ihre Auswärtspartie bei den „Miners“ aus Peißenberg. Nachdem der EHC Waldkraiburg die erste Begegnung der Pre-Play-offs der Eishockey-Bayernliga am vergangenen Freitag verloren hatte, musste für die Mannschaft von Trainer Jürgen Lederer zwingend ein Sieg her, um die Chance auf einen der beiden letzten Play-off-Plätze zu wahren. Doch eine Auswärtspartie in Peißenberg birgt traditionell viele Stolpersteine. In der meist gut besuchten Peißenberger Arena spielt man nicht nur gegen ein starkes Team, sondern auch gegen eine laute und bis in die Haarspitzen motivierte Kulisse. Schwierige Voraussetzungen für das in dieser Saison bislang wichtigste Spiel der Löwen.
Wie weite Teile der ersten 20 Minuten gehörte auch die Anfangsphase den Gastgebern. Bereits in der ersten Minute eröffneten die Miners die Partie mit einem Alleingang ihres Topspielers Dejan Vogl. Martin Kokeš, der durch geschicktes Bearbeiten des gegnerischen Schlägers störte, sowie Max Englbrecht, der auch an diesem Abend das Löwentor hütete, vereitelten diese frühe Möglichkeit jedoch. Peißenberg ließ den Löwen in der Folge kaum Zeit, selbst ins Spiel zu finden. In der zweiten Minute fälschte Lautenbacher, der bereits am Freitag mit dem 3:1 die Peißenberger Aufholjagd eingeleitet hatte, den Puck nur knapp über das Tor ab.
Die Partie entwickelte sich anschließend in hohem Tempo. Den ersten ernstzunehmenden Torschuss der Löwen verbuchte Leon Decker in der dritten Minute, stand dabei jedoch bereits sehr spitz an der Grundlinie, sodass Torhüter Xaver Nagel wenig Mühe hatte. In der zweiten Hälfte des ersten Drittels nahm die Qualität der Peißenberger Chancen deutlich zu. Mehrfach rutschte der Puck gefährlich durch die Torzone der Löwen, oder die Gäste hatten Glück, dass Spieler wie Hörndl die verwaiste Torseite nicht trafen. In der 17. Minute fiel schließlich der sich ankündigende Treffer für die Gastgeber. Nachdem die Löwen zuvor eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis überstanden hatten, war es US-Amerikaner Weiland Parrish, der einen Schuss seines Landsmannes Ryan Murphy aus kürzester Distanz unhaltbar über die rechte Schulter von Englbrecht zum 1:0 abfälschte.
Wer erwartet hatte, dass die Löwen nach der Pause auf die drückende Überlegenheit der Miners reagieren würden, sah sich zunächst enttäuscht. Wie schon im ersten Durchgang eröffnete Dejan Vogl auch im zweiten Drittel den Chancenreigen, doch erneut blieb Englbrecht Sieger. Nach gut drei Minuten unterstrichen die Gastgeber ihre Ambitionen: Ein eher harmloser, aber tückischer Schuss von Haloda sprang vor dem Tor über mehrere Schläger hinweg. Für Englbrecht wurde der Puck unberechenbar und rutschte ihm schließlich unter dem rechten Schoner zum 2:0 ins Tor.
Auch danach hielten die Miners das Heft des Handelns fest in der Hand, setzten sich immer wieder lange in der Waldkraiburger Zone fest und zwangen die Löwen meist zu Entlastungsangriffen, um wenigstens wechseln zu können. Mit jeder Minute schien die Hoffnung der mitgereisten Löwen-Fans auf ein Comeback weiter zu schwinden. Doch nach einer kräfteraubenden Defensivphase bot sich den Löwen plötzlich die Chance zum Konter. Nach einem Puckverlust der Peißenberger startete das bewährte Duo Jakub Šrámek und Nico Vogl. Der Kapitän bediente Šrámek mustergültig, der den Pass in der Mitte zum 2:1-Anschlusstreffer verwertete.
Dieser Treffer wirkte wie ein Zündfunke. Nur rund drei Minuten später folgte der nächste Angriff der Innstädter. Nico Vogl kassierte dabei einen Check gegen den Kopf, das Spiel lief jedoch zunächst weiter. Santeri Ovaska versuchte von der rechten Seite einen Querpass, der unglücklich von einem Peißenberger Schlittschuh ins eigene Tor abgefälscht wurde – der 2:2-Ausgleich noch vor der zweiten Pause. In der Folge wurde der vorausgegangene Check intensiv diskutiert. Nach einer längeren Unterbrechung erhielt Dominik Ebentheuer schließlich eine Fünf-Minuten-Strafe samt Matchstrafe, womit das Drittel endete.
Im dritten Durchgang spielten die Löwen zunächst noch rund vier Minuten in Überzahl – und nutzten diese konsequent. Daniel Hora kam durch Martin Kokeš im Peißenberger Drittel an den Puck, zögerte nicht lange und schlenzte die Scheibe sehenswert in den linken Winkel zur erstmaligen Führung der Löwen. Der finale Abschnitt wurde nun zunehmend nicklig. Immer wieder kam es zu Rudelbildungen und kleineren Scharmützeln, die die Schiedsrichter forderten.
In der 47. Minute musste Martin Kokeš wegen Beinstellens auf die Strafbank, doch die Löwen verteidigten diese Unterzahl aufmerksam. Philipp Lode fälschte einen Peißenberger Pass entscheidend ab und bugsierte die Scheibe hoch aus dem Drittel. Jakub Šrámek nahm die Verfolgung auf, wurde von einem Verteidiger zu Fall gebracht, rappelte sich jedoch wieder auf, behielt die Kontrolle über den Puck, wartete, bis Torhüter Nagel nach unten ging und vollendete per Rückhand in Unterzahl zum 2:4 – ein Treffer, der sinnbildlich für den Willen der Löwen stand.
In der Schlussphase konzentrierte sich Waldkraiburg – nicht zuletzt nach dem bitteren Freitagsspiel – verstärkt auf die Defensive. Peißenberg erhöhte noch einmal den Druck. In der 56. Minute unterlief Max Englbrecht sein einziger Fehler in einer ansonsten starken Partie, als ein Schuss von Marius Klein durch seine Beine rutschte und den Miners neues Leben einhauchte. Doch trotz der Herausnahme des Torhüters zugunsten eines sechsten Feldspielers gelang es den Gastgebern nicht mehr, das Spiel erneut zu drehen. Die Löwen retteten den Sieg über die Zeit – und erzwingen damit das dritte und entscheidende Spiel in Waldkraiburg.
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Peißenberg Miners – EHC Waldkraiburg 3:4 (1:0, 1:2, 1:2).
Tor: [X] Englbrecht Maximilian (#45); Sickinger Tobias (#32);
Verteidigung: Hora Daniel (#3); Mertz René (#5); Rott Thomas (#20); Ludwig Tim (#23); Kokeš Martin (#50); Cejka Max (#81);
Angriff: Lode Philipp (#7); Dillmann Anthony (#11); Šrámek Jakub (#13); Ovaska Santeri (#18); Decker Leon (#34); Lier Julian (#52); Ruß Leander (#63); Maierhofer Florian (#74); Vogl Nico (C) (#88); Revaj Jakub (#92); Zimmermann Patrick (#98);
Tore: 1:0 (17.) Parrish (Murphy, Lautenbacher); 2:0 (24.) Haloda (Vogl, Parrish, PP1); 2:1 (36.) Šrámek (Vogl, Ovaska); 2:2 (39.) Ovaska (Vogl, Cejka); 2:3 (43.) Hora (Kokeš, Ovaska, PP1); 2:4 (48.) Šrámek (Englbrecht, SH1); 3:4 (56.) Klein (Birkner);
Zuschauer: 1186, Strafen: Waldkraiburg 14 – Peißenberg 31.










