Wenn zwei Spieler ihre Schlittschuhe an den Nagel hängen, endet nicht nur ein Kapitel ihrer persönlichen Karriere. Es endet auch ein Stück Vereinsgeschichte. Mit Thomas Rott und Maximilian Englbrecht verabschiedet der EHC Waldkraiburg zwei Akteure, die auf völlig unterschiedliche Weise ihre Spuren bei den Löwen hinterlassen haben.
Thomas Rott war nie der lauteste Spieler auf dem Eis. Er war keiner, der sich in den Vordergrund drängte oder mit großen Worten Aufmerksamkeit suchte. Dafür gehörte er über viele Jahre zu den verlässlichsten Konstanten im Löwen-Trikot. Bereits in der Saison 2006/2007 stand der damals erst 16-jährige Waldkraiburger im Playoff-Kader der ersten Mannschaft und sollte den Verein in den folgenden Jahren wie kaum ein anderer begleiten.
„Krauti“, wie er innerhalb der Mannschaft genannt wurde, erlebte nahezu alles, was das Eishockeyleben bereithalten kann. Er musste mit dem EHC gleich zweimal den bitteren Gang in die Landesliga antreten, feierte aber ebenso den Wiederaufstieg in die Bayernliga und gehörte auch zum Team, das 2015/2016 den historischen Aufstieg in die Oberliga-Süd schaffte. Gerade dieser Weg war für Verein, Mannschaft und Umfeld mit enormem Aufwand verbunden – und Thomas Rott ging ihn von Anfang bis Ende mit.
Über Jahre hinweg stellte er sich stets in den Dienst der Mannschaft. Ob als Verteidiger, Stürmer, Führungsspieler oder einfach als erfahrener Teamkamerad – auf ihn war Verlass. In der vergangenen Saison durfte er schließlich einen besonderen Meilenstein feiern: sein 500. Pflichtspiel im Trikot der Löwen.
Fast schon filmreif verlief sein Abschied von der aktiven Laufbahn. In einem seiner letzten Spiele erzielte Rott gegen den ERSC Amberg noch einmal selbst einen Treffer. Aus der Halbdistanz zog er ab, platzierte den Puck halbhoch rechts im Tor und setzte damit seinen Scoring-Schlusspunkt unter eine außergewöhnlich lange Karriere im Löwen-Dress. Die Waldkraiburger gewannen die Partie mit 2:6 in Amberg.
Auch für Maximilian Englbrecht endet nach zwei Spielzeiten seine Zeit beim EHC Waldkraiburg. Der gebürtige Landshuter brachte bei seiner Verpflichtung im Sommer 2024 reichlich Erfahrung mit nach Waldkraiburg. Seine Karriere führte ihn unter anderem durch die DEL, DEL2 und Oberliga, ehe er nach Stationen in Moosburg und – nobody is perfect – auch beim Erzrivalen aus Dorfen den Weg zu den Löwen fand.
Eigentlich hatte Englbrecht geplant, die Belastung in Waldkraiburg etwas zu reduzieren und sich die Einsätze mit Christoph Lode zu teilen. Doch die schwere und frühe Verletzung von Lode machte diesen Plan schnell zunichte. Stattdessen war der 35-Jährige deutlich häufiger gefordert als ursprünglich vorgesehen.
Englbrecht übernahm die Verantwortung ohne zu zögern. Gerade in schwierigen Phasen der vergangenen beiden Spielzeiten war er ein verlässlicher Rückhalt für seine Mannschaft und stellte seine Erfahrung immer wieder unter Beweis. Besonders in der Saison 2025/2026 kam ihm eine wichtige Rolle im Kampf um den Klassenerhalt zu.
Passender hätte sein Abschied kaum verlaufen können. Im letzten Spiel gegen Pfaffenhofen hielt Englbrecht seinen Kasten sauber und feierte einen Shutout. Mit diesem Erfolg sicherten die Löwen den Klassenerhalt – und ihr Torhüter verabschiedete sich mit einem perfekten letzten Auftritt im Trikot des EHC Waldkraiburg.
Mit Thomas Rott und Maximilian Englbrecht verlassen zwei Spieler die aktive Bühne, die den Verein auf ganz unterschiedliche Weise geprägt haben. Der eine als Eigengewächs und Sinnbild für Vereinstreue über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg, der andere als erfahrener Rückhalt, der in wichtigen Momenten Verantwortung übernahm. Beide haben ihren Beitrag zur Geschichte der Löwen geleistet.
Der EHC Waldkraiburg bedankt sich bei Thomas Rott und Maximilian Englbrecht für ihren Einsatz, ihre Leidenschaft und die vielen gemeinsamen Erinnerungen und wünscht beiden für ihren weiteren Lebensweg alles Gute.












