Manche Spieler fallen durch Tore auf. Andere durch spektakuläre Statistiken. Und dann gibt es Spieler wie Jakub „Kuba“ Revaj, deren Wert sich nur schwer in Zahlen ausdrücken lässt.

Der EHC Waldkraiburg kann auch in der kommenden Saison auf die Dienste des sympathischen Deutsch-Tschechen zählen. Revaj wird den Löwen weiterhin erhalten bleiben – unter denselben Voraussetzungen wie bereits im vergangenen Jahr. Denn eigentlich kam der 30-Jährige vor der Saison 2025/2026 gar nicht primär als Spieler nach Waldkraiburg, sondern als Jugendtrainer.

Mit seiner Erfahrung aus zahlreichen Stationen in Deutschland, Tschechien und zuletzt Polen übernahm er im Nachwuchsbereich Verantwortung und entwickelte sich schnell zu einer wichtigen Bezugsperson für die jungen Löwen. Wer Kuba bei einem Training erlebt, merkt schnell, weshalb er bei den Kindern so beliebt ist. Er fordert, erklärt, motiviert und nimmt sich Zeit. Mit ehrlichem Interesse an den jungen Spielern und ihrer Entwicklung.

Genau deshalb hatte seine Arbeit als Nachwuchstrainer auch in der vergangenen Saison stets Vorrang. Die Folge: Während andere Spieler Woche für Woche auf dem Spielberichtsbogen standen, kam Revaj in der Hauptrunde auf lediglich 18 Einsätze für die erste Mannschaft. Immer dann, wenn es sein Traineralltag zuließ, schnürte er zusätzlich die Schlittschuhe für die Löwen.

Wer nun einen Spieler erwartet, der regelmäßig die Scorerlisten anführt, blickt in die falsche Richtung. Revaj war nie der klassische Torjäger. Seine Karriere führte ihn zwar durch zahlreiche Vereine und Ligen – von den Nachwuchsmannschaften der Bílí Tygři Liberec über Stationen in Dresden, Selb, Memmingen, Höchstadt, Kempten und Polen bis nach Waldkraiburg –, doch seine Qualitäten lagen schon immer woanders.

167 Zentimeter Körpergröße mögen auf dem Papier unscheinbar wirken. Auf dem Eis hat Revaj jedoch über Jahre bewiesen, dass Einsatzbereitschaft keine Frage der Körpergröße ist. Wenn er das Löwen-Trikot trägt, wirft er alles in die Waagschale, was er hat. Lungenvolumen, Kraftreserven, Puste und notfalls den eigenen Körper. Kein Zweikampf wird freiwillig hergeschenkt und auch schlagkräftige Argumente hat Revaj im Repertoire.

In einer Zeit, in der viele Vereine händeringend nach engagierten Nachwuchstrainern suchen, ist ein Mann wie Jakub Revaj kaum hoch genug einzuschätzen. Die Kinder sehen in ihm nicht nur ihren Coach. Sie sehen jemanden, der selbst noch aktiv auf dem Eis steht, der ihre Begeisterung für den Sport teilt und ihnen zeigt, dass Einsatz, Teamgeist und Leidenschaft wichtiger sein können als große Statistiken.

So bleibt für die kommende Saison alles beim Bewährten: Jakub Revaj wird weiterhin den EHC Waldkraiburg unterstützen – in erster Linie als Nachwuchstrainer, bei Bedarf aber auch als Spieler der ersten Mannschaft.

Und genau deshalb ist sein Verbleib für die Löwen weit mehr als nur die Weiterverpflichtung eines Stürmers. Es ist gleichzeitig auch ein Baustein zur weiteren positiven Entwicklung der Wichtigsten im Verein: Den Junglöwen – den Spielern von morgen.

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